Miesbach feiert heuer „100 Jahre Stadterhebung“

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Wie aus Miesbach eine Stadt wurde

Seine Majestät der König haben am 6. Mai 1918 allergnädigst zu genehmigen geruht, dass der Markt Miesbach fortan die Bezeichnung Stadt führt. Dieses Telegramm ließ Innenminister Brettreich den Miesbachern vor 100 Jahren zustellen. Ein Ereignis, das heuer gebührend gefeiert wird. Wie Bürgermeisterin Ingrid Pongratz beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Miesbach berichtete, hatten der Bräugehilfe Franz Doll und der Gemeindebevollmächtigte Josef Fertl im Juli 1915 an das Gemeinde-Collegium den Antrag gestellt, an höchster Stelle um die Verleihung des Stadtrechts nachzusuchen. Der Magistrat hatte sich dem Antrag angeschlossen, wollte die Bewerbung aber bis zum Ende des Krieges zurückgestellt haben.

Als Bader Doll seinen Antrag im August 1917 mit Nachdruck reklamierte, setzten Bürgermeister Schröck und sein Gemeindesekretär Feichtner schließlich die Angelegenheit in Bewegung. Als Tatsachen, die Miesbach als würdig erweisen könnten, den Titel „Stadt“ zu führen, wurden unter anderem genannt: Der wirtschaftliche Aufschwung durch Heranführung der Eisenbahn und die Errichtung des Kohlenbergwerks; das Anwachsen der Einwohnerzahl, die sich seit 1885 verdoppelt hatte, die Gesundheitsfürsorge durch Kanalisation, Trinkwasserversorgung und Unratabfuhr; der Schlachthof; Freibadeanstalt, Friedhof und Straßen und Gehbahnen „die fortgesetzte Pflege verraten“ und auch die Häusernummerierung, „die eine rasche Orientierung sichert“. Dem Ernst der Kriegszeit entsprechend lud Bürgermeister Schröck nur zur Abhaltung einer Festsitzung ein und bat die Bevölkerung, am 13. Mai 1918 die Häuser zu beflaggen. Die heutigen Planungen für das Jubiläumsjahr 2018 sind weit aus umfangreicher.

Der MIESBACH Reiseführer

Bisher gab es ihn nur für das Tegernseer Tal, jetzt gibt es ihn auch für Miesbach:

Einen Reiseführer, verfasst von der Reisejournalistin und Buchautorin Sonja Still. In München und am Tegernsee aufgewachsen, machte sie nach dem Studium die ersten Schritte im Beruf beim WDR. Fast 15 Jahre arbeitete die ausgebildete Fernsehjournalistin für „Fernweh- die Reisereportage“ beim BR, für arte Entdeckung oder Goodbye Deutschland auf Vox. Seit Gründung der Zeitschrift „Landlust“ ist sie für deren Redaktion tätig oder schreibt für „Merian“- Reiseführer. Außerdem gibt sie als zertifizierte Heimat- und Almführerin bei Führungen Einblick in die Geschichte unserer Region.

Über Miesbach schreibt sie in dem neuen Reiseführer: „Miesbach ist eine der kleinsten Kreisstädte Bayerns und vielleicht darum eines der unterschätztesten Städtchen des Landes. Es hat wahrlich viel, auch viel Überraschendes, zu bieten. Kaum ein Stadtkern ist so selbstverständlich mit altem Baubestand erhalten und doch so lebendig. Miesbachs gute Stube lebt! Da wurde nichts museumsähnlich erhalten, sondern die Stadt zeigt sich abwechslungsreich und aktiv. Da schauen neue Häuser alt aus und in wahrlich alten Häusern finden sich freche neue Geschäfte und Cafés.

„Eine Reise nach Miesbach kann alles sein:

kulinarische Entdeckungsfahrt, sportlicher Radtrip, kultureller Spaziergang oder ruhige Auszeit in einmalig schöner Natur“, so kündigt der Allitera-Verlag das 200 Seiten starke Buch an.

ISBN 978-3-96233-019-4, 16,80 €, im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach, Tel. 08025 7000-0 und im Buchhandel erhältlich

Miesbach – 100 Jahre in Bildern

Die von Stadtarchivarin Barbara Wank konzipierte Ausstellung „Miesbach – 100 Jahre in Bildern“ wird im Rathaus Miesbach gezeigt.

Gleichzeitig ist die von Stadtarchivarin Barbara Wank und Historiker Alexander Langheiter verfasste, 260 Seiten starke und reichhaltig bebilderte Festschrift, zum Preis von 18 € erhältlich.

Die Ausstellung dauert bis 28. Dezember und ist zu folgenden Zeiten geöffnet:

Mo, Di, Mi, Do, Fr 8-12
Mo, Di 13.30-16
Do 13.30-18 Uhr.

TRACHT in allen Facetten

Miesbach ist stolz darauf, als die „Wiege der Trachtenbewegung“ zu gelten. Bisher war die sehr wertvolle Trachtensammlung des Museums nicht öffentlich zu sehen. Die brandneue Publikation „Tracht in Miesbach“ entsteht ein Werk, die im jungen Outfit eines Magazins daherkommt – ist eine Annäherung an „Tracht inside“. Hier kommen erstmals Menschen zu Wort,die in Miesbach mit der Tracht leben.

Hier erklären Schneiderinnen, warum ein Original-Trachtengwand in vielen hundert Stunden und bis heute meist nur in Handarbeit hergestellt wird. Miesbachs Säckler erklärt, worauf es bei einer Lederhose wirklich ankommt und wie man sie pflegt. Der Inhaber des Geschäftes, das die unverwüstliche und wunderschöne graue Miesbacher Joppe „erfunden“ hat, erzählt, wie alles anfing … Schalkfrauen lassen sich beim Anlegen des Festgewandes über die Schulter schauen. Junge Frauen und Männer aus dem mitgliederstarken Trachtenverein Miesbach zeigen sich in ihrer Tanztracht.

Bauern, die Tracht ebenso selbstverständlich tragen wie ihre Väter und Großväter, erzählen ebenso von sich wie Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz oder der langjährige Vorstand des Trachtenvereins.

Das 160 Seiten starke und grafi sch hervorragend gestaltete Werk lädt zu einer Entdeckungsreise ein. In künstlerisch wertvollen Fotos hat German Design Award-Gewinner Mathias Leidgschwender (fasson) die Tracht inszeniert. Zu ihren Texten steuert Verena Zemme eine Fülle von Impressionen, Hintergründen, Reportagen und Interviews, die zeigen, dass Tracht in erster Linie ein Lebensgefühl ist – an den Traditionen und der Weisheit der vergangenen Generationen orientiert und bis heute mit Freude gelebt.

Im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach, Tel. 08025 7000-0, und im Buchhandel, Preis 18 €.

Freilichttheater „Die Rumplhanni“

Mit Walter Kohlhaufs Inszenierung der „Rumplhanni“ – einem Theaterstück von Traudl Bogenhauser nach dem Roman von Lena Christ steht ein weiteres Großprojekt auf dem Jubiläumsprogramm.

Rund 50 Mitwirkende bringen das Stück in 21 Szenen auf die Freilichtbühne im Waitzinger Park.

Geplant sind 7 Aufführungen am 13./14./27./28./29. Juli sowie am 3. Und 4. August 2018 jeweils um 20:30 Uhr mit äußerst talentierten Laienschauspielern aus Miesbach und Umgebung. Die Konzeption der gewaltigen Land- und Stadtkulissen liegt in den Händen von Stefan Baumgartner und Paul Martin. Das Freilichttheater bezieht Natur, Wind und Wetter mit ein und ermöglicht damit ein Erleben des dramatischen Geschehens mit allen Sinnen. Eintrittskarten zu 22 und 20 sind ab sofort im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach, Tel. 08025 7000-0 und über München Ticket erhältlich.

Vor und nach der Veranstaltung sowie während der Pause findet eine Bewirtung statt. Veranstalter sind der Trachtenverein Miesbach und das Kulturamt der Stadt Miesbach

Historisches Fahrzeugtreffen

Am Samstag, 21. Juli 2018 findet das 2. Historische Fahrzeugtreffen in Miesbach statt. Die Oldtimerfreunde Miesbach unter Leitung von Erhard Pohl rufen Besitzer von Motorrädern, Autos, Lkw’s Traktoren, Standmotoren und Youngtimern zur Teilnahme auf. Die Präsentation findet am Volksfest- und Habererplatz statt. Prämiert wird die weiteste Anreise auf eigener Achse, das älteste Fahrzeug und ein vom Publikum ausgesuchtes Fahrzeug.

Kirchenführer, Musiknacht & Revue

Zum Erntedankfest am 7. Oktober wird ein neuer Kirchenführer für Miesbach präsentiert. Sehr viel Vorbereitungsarbeit verlangt die Musiknacht Miesbach am 10. November, deren Organisation in den bewährten Händen von Kulturpreisträger Hans Georg Hering liegt.

Auf verschiedensten Bühnen in Miesbach werden Auftritte von Solisten und Ensembles geboten. Eine „Revue“ zur Geschichte der letzten 100 Jahre schwebt MiesbachsKulturreferentin Inge Jooß vor. Sie wird

dazu am 22. November Vereine, Organisationen und Schulen aus ganz Miesbach einbeziehen und auf die Bühne des Waitzinger Kellers holen.

Die Fäden des Jubiläumsjahres laufen im Kulturamt Miesbach zusammen,
Tel. 08025 7000-0, info@waitzinger-keller.de